Katzensprung

Das Dach ist teilweise verschneit, es taut. Es sieht so aus, als würde sie spazieren gehen, doch sie steuert den Rand des Daches an. Sie setzt sich hin und schaut auf ein gegenüberliegendes Hausdach. So sitzt sie eine Weile und dann, aus dieser Position heraus, springt sie. Ohne Anlauf, kontrolliert und sicher landet sie auf der anderen Seite. Ein Katzensprung. Beobachtend aus dem Küchenfenster denke ich: „Unglaublich.“


Schauen – Springen – Landen!


Und was hat das mit Coaching zu tun? Umgangssprachlich meint man mit der Bezeichnung Katzensprung eine geringe Entfernung. Die Entfernung spielt auch keine große Rolle, die Katze springt und das ist das Wesentliche. Sie hüpft nicht umher oder signalisiert sonstige Zweifel. Auf mich als Betrachter wirkt diese Situation entschlossen, ruhig, gezielt. Das Ziel ist das andere Dach. Die Katze hat das sicher schon oft geübt und metaphorisch möchte ich ins Coaching überleiten. Warum springen wir nicht, wenn wir ein Ziel haben? Warum dauert das manchmal so lange, bis wir uns trauen? Ganz einfach: Es ist gefährlich drauflos zu springen. Daraus abgeleitet ergibt sich für mich folgendes:


1. Ziel klären und anvisieren.

Wofür?

Warum?


2. Sorgfältiges einschätzen der Ist-Situation.

Hast Du genug Schubkraft/Energie?

Wie steht es um Deine Ressourcen?

Wie ist die Sicht?


3. Welches Risiko gibt es?

Kannst Du abstürzen?

Wer ist noch betroffen?

Verletzt Du Dich oder kann es lebensgefährlich werden?


4. Setze Dich nicht unter Druck!

Wie geht es Dir nach sorgfältiger Prüfung?


5. Spring kontrolliert, konzentriert, fokussiert.


Für die eingangs erwähnte Katze war es sehr wichtig auf das andere Dach zu kommen, denn was ich erst später bemerkte: Im Dach war ein Unterschlupf. Entweder „wohnte“ sie dort, oder aber es war ihr „Einstieg“ ins Haus. Punkt 1 war damit völlig klar und für den „Katzensprung“ nicht verhandelbar.

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